Fräulein Burger – „Bessere Burger für eine bessere Welt“

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Foto: Sarah Heuser/HiPi

Manche Mädchen träumen im Teenageralter von ihrer Hochzeit oder einem eigenen Pferd. Aber es gibt auch welche, die träumen von einer Burger-Kette. Katharina Guntermann wollte insgeheim schon immer einen eigenen Burgerladen eröffnen, mit richtig guten, frischen und gesunden Burgern. Da der erhoffte Lotto-Gewinn aber ausblieb, studierte sie Kulturwissenschaften und ging erstmal einer „ganz normalen“ Beschäftigung nach. Wie sie dann doch noch zu dem eigenen Laden kam und was hinter dem Konzept von „Fräulein Burger“ steckt, hat sie uns im Interview erzählt:

 

smallternative: Hallo Katharina, wie bist Du denn doch noch zu einem eigenen Burgerladen gekommen?

Katharina: Ich habe nach dem Studium in meinem Job gearbeitet und das war auch erst alles ganz wunderbar. Dann habe ich aber so vor 3 Jahren eine kleine verfrühte Midlife-Crisis gekriegt und konnte es mir überhaupt nicht vorstellen, für den Rest meines Lebens nur vor dem Computer zu sitzen. Und dann habe ich mir die Frage gestellt, was ich machen würde, wenn ich nie wieder arbeiten bzw. Geld verdienen müsste, so klischeemäßig das klingt. Die Antwort war, dass ich einen Burgerladen machen würde und dann dachte ich: “Ok, dann mach halt diesen Burgerladen, das wird ja schon irgendwie machbar sein.”
Da ich die Idee ja eigentlich schon Jahre hatte, habe ich natürlich auch immer die

Foto: Sarah Heuser/HiPi

Foto: Sarah Heuser/HiPi

Entwicklungen verfolgt. Als dann der Bio-Gedanke in den Fast Food Bereich kam, war das der Punkt, an dem mir klar wurde, dass ich es wirklich jetzt machen muss, weil ich sonst zu spät bin und es jemand anderes macht. In Australien und England gibt es das in ähnlicher Weise nämlich schon eine Weile und es war nur eine Frage der Zeit. Dann habe ich kurzerhand meinen Job geschmissen, zwei Jahre in der Gastronomie gearbeitet, nebenbei noch mal studiert und habe mir alles Wissen erarbeitet, was ich für den Start brauchte. Ich hatte vorher nämlich noch nie in der Gastronomie gearbeitet und auch noch nie professionell einen Burger gemacht. Danach habe ich einen Businessplan geschrieben und habe tatsächlich eine Bank gefunden, die das mit mir umsetzen wollte. So habe ich das dann als One-Woman-Show umgesetzt. Ich hatte zum Glück wahnsinnig viele Unterstützer, eine Designerin, einen Architekten und und und, die teilweise am Anfang auch umsonst für mich gearbeitet haben, als noch nicht klar war, ob ich den Kredit bekomme. Und so ist es dann zu diesem Laden gekommen. (lacht)

smallternative: Wie waren denn dann die ersten Rekationen deiner Kunden?

Katharina: Es war der Wahnsinn. Da ich im Kunstbereich viel Marketing gemacht habe, hatte ich auch in meinem Businessplan ein tolles Marketingkonzept mit jeder Menge kreativen Ideen. Dadurch dass der Umbau jedoch eine ziemliche Katastrophe war und wir am Ende auch noch sehr viel selbst umgebaut und renoviert haben, kam ich überhaupt nicht dazu, irgendwelche Werbung zu machen. Ich habe nicht mal Flyer verteilt. Deswegen dachte ich, dass kaum jemand kommen wird. Am Tag der Eröffnung haben wir dann noch die letzten Glühbirnen reingedreht und um 12 Uhr aufgemacht. Und es war bis abends um 21 Uhr voll und ich wir hatten dann keine Ware mehr, weil alles leer gegessen war. Es hat sich dann total schnell rumgesprochen und wir hatten von Anfang an ziemlich schnell viel Presse. Ich habe bis heute noch keinen Punkt meines tollen Marketingplans umgesetzt. (lacht) Wir haben ziemlich viel Stammgäste, die hier arbeiten oder wohnen, aber wir haben auch immer wieder Laufkundschaft und viele Menschen, die extra hierherkommen, weil sie von uns gehört haben.

smallternative: Deine Burger sind aber ja nicht nur gesund und frisch, Du achtest ja auch sehr auf Nachhaltigkeit, Bio-Qualität und regionale Produkte…

frlburger3Katharina: Das hat was damit zu tun, dass ich selbst ein sehr straighter Mensch bin. Deswegen war von vorneherein klar: Wenn ich etwas mache, dann mache ich es straight. Es gibt ja viele Läden, die Burger mit Biofleisch anbieten. Die haben dann aber normalen Ketchup, normale Brötchen und eine Styroporverpackung. Für mich war klar, dass es Biofleisch sein muss und wenn ich mit Bio anfange, dann soll auch alles Bio sein, sonst ist das albern. Jetzt machen wir so gut wie alles selbst. Dieses Selbermachen war am Anfang gar nicht Teil des Konzepts, aber da man viele Sachen nicht in Bio-Qualität kaufen kann oder schwierig bekommt, haben wir angefangen, die Sachen selber herzustellen: Wir machen jetzt eigentlich alles außer den Getränken selber. So ist das Ganze dann gewachsen.

smallternative: Das fanden wir aber auch sofort so toll an Fräulein Burger, dass das ganze Konzept nachhaltig gedacht ist..

Katharina: Ja, das war mir einfach wichtig. Deswegen sind meine Verpackungen und mein Besteck auch aus recycelten und kompostierbaren Materialien. Bei meiner Suche bin ich dann auf viele, kleine tolle Unternehmen gestoßen. Unsere Tische sind beispielsweise aus aufbereiteten alten Berliner Dielenbrettern. Wir beziehen natürlich auch Ökostrom und selbst unsere Spülis sind Bioqualität. Unser Bier ist aus Potsdam und unsere Limo aus Kreuzberg. Wenn es irgendwo die Möglichkeit gibt, eine nachhaltige, regionale oder ökologische Alternative zu nutzen, dann machen wir das natürlich. Aber es gibt immer wieder Dinge, wo man leider noch nichts Regionales findet.

smallternative: Schön auch, dass es so gut angenommen wird.

Katharina: Ja, total. Es gab natürlich auch Leute, die gesagt haben, dass niemand so viel Geld für einen Burger, also für Fast Food ausgibt.

smallternative: Wir fanden es gar nicht so teuer. Es kommt ja immer darauf an, mit was man es vergleicht..

Katharina: Genau! Wir haben unheimlich hohe Wareneinsatzkosten, das hat ja nichts mehr mit Fast Food zu tun. Wir benutzen Bio-Rindfleisch von Freilandrindern aus Brandenburg, die von morgens bis abends in der Sonne stehen und Gras fressen. Das ist ein kleiner Verbund (Biopark), der ziemlich strenge Kriterien hat, das ist also noch mehr als “nur” Bio. Wir haben von der Produktqualität das höchste, was man kriegen kann: regionale Bioqualität. Vom Öl bis zum Pfeffer ist alles Bio. Und sogar unsere Dinkelvollkorn-Brötchen werden extra für uns gebacken. Zum Glück haben es aber wirklich viele Leute kapiert. Burger ist eben nicht gleich Burger und unsere Burger haben so gesehen nichts mit Fast Food zu tun. Die Qualität der Produkte ist uns total wichtig und wir stecken sehr viel Zeit rein. Aber ich bin total happy, dass es so viele Leute gibt, die das alles verstehen und die herkommen und total begeistert sind. Das hat mir auch gerade am Anfang so viel Energie gegeben.

smallternative: Danke für das nette Gespräch! Wir kommen auf jeden Fall wieder!

Langfristig plant Fräulein Burger noch mehrere Läden zu eröffnen! Wir freuen uns drauf!

 

Los, los hin da und lecker Burger essen:

Fräulein Burger
Koppenplatz 1
10115 Berlin

Tel. 030 46720908
mail@fraeuleinburger.de

S-Bahn (S5/S7/S75) Hackescher Markt / (S1/S2/S25) Oranienburger Strasse
U-Bahn (U8) Rosenthaler Platz / Weinmeisterstraße

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 12.00 Uhr bis 22.00 Uhr
Alle Speisen und Getränke auch zum Mitnehmen!
Alle Burger gibt es auch in vegetarischen und veganen Variationen!

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