Ein fairer Online-Marktplatz in Hand der Nutzer*innen. Fairnopoly.

Fairnopoly hat sich viel vorgenommen, denn sie wollen eine echte Alternative zu Marktriesen wie Amazon, Ebay, Zalando & Co. werden. Und gleichzeitig ist Fairnopoly viel mehr als „nur“ ein Online-Marktplatz. Fairnopoly ist eine Genossenschaft 2.0 und will damit ein faires Unternehmensmodell aufbauen. Außerdem möchten sie mit dem Marktplatz verantwortungsvollen Konsum fördern und einen Beitrag zur Korruptionsbekämpfung leisten. Klingt alles ziemlich gut und deswegen haben wir uns mit einem kleinen Teil des Teams getroffen und über ihre Ziele, Transparenz und Wirtschaft gesprochen.

 

smallternative: Kannst Du uns kurz von der Gründungsidee und -geschichte erzählen?

DSC_0228Felix: Fairnopoly hat eine relativ lange Gründungsgeschichte. Die Idee war ursprünglich die Frage: Wie kann man ein Unternehmen gründen, das netzwerkfinanziert ist, von jungen Leuten, die sich gegen Korruption einsetzen?
Dann kam die Fragen nach einem sinnvollen Geschäftsmodell und je länger ich darüber nachgedacht habe, hat sich das wieder mit einer anderen Frage verbunden, nämlich wie man ein Unternehmen aufbauen kann, das selbst korruptionsresistent ist und gleichzeitig auch zu einer faireren Wirtschaft beiträgt. Denn das Wirtschaftssystem, so wie wir es aufgebaut haben, bringt Korruption mit sich, meiner Meinung nach. Dann kam die Idee mit dem Online-Marktplatz und das Team wuchs immer mehr. Viele Gedanken wie Fairtrade und Nachhaltigkeit kamen dann auch mit dazu. Und mittlerweile ist daraus dieser faire Online-Marktplatz in Hand der Nutzerinnen und Nutzer entstanden, der als Genossenschaft konzipiert ist.

smallternative: Und wie genau funktioniert das?

Felix: Also, Fairnopoly ist ein Marktplatz, der den Nutzerinnen und Nutzern auch wirklich gehören kann. Jeder der möchte, kann davon Anteile kaufen, den Marktplatz kontrollieren und auch an den Gewinnen teilhaben, wenn das Unternehmen Gewinn macht. Niemand kann Riesen-Anteile kaufen und die Gewinne sollen an viele verteilt werden. Das ist auch ein Kernelement des Ganzen. Das Unternehmen soll so aufgebaut werden, dass es nicht im großen Stil umverteilt, sondern „zurück verteilt.“ Gleichzeitig will Fairnopoly verantwortungsvollen Konsum fördern. Und zwar dort, wo die Leute konsumieren. Fairnopoly soll ein Massenmarktplatz werden, der Ebay und Amazon ersetzt (lacht). Ein Marktplatz, wo jeder Normalnutzer alles bekommt, aber gleichzeitig sieht, dass es auch Alternativen gibt: Schöne Dinge, die fair produziert werden. Diese bekommt der Nutzer gezeigt, ohne gezwungen zu sein, sie zu kaufen. Mit einem Klick auf einen Filter wird der Marktplatz zu einem fairen Marktplatz. Aber erstmal ist Fairnopoly ein fairer Marktplatz, weil das Unternehmen dahinter fair ist.

smallternative: Was waren denn bei diesem Modell die größten Herausforderungen?

Felix: Das Modell ist ja so konzipiert und gestartet, aber es ist noch in der Babyphase. Also da werden noch Herausforderungen kommen, ganz sicher. Es ist natürlich eine DSC_0230Herausforderung ein Unternehmen zu gründen, das sich auf den Einsatz vieler bettet und gleichzeitig am Anfang ohne viel Geld auskommen möchte. Es war eine große Herausforderung erstmal überhaupt bekannt damit zu werden und die Idee so in Form zu bringen, dass viele Leute schnell davon überzeugt sind. Das hat uns einige Zeit gekostet, aber dann haben wir das ja gut hingekriegt, so dass viele Leute bereit waren, Fairnopoly auch finanziell zu unterstützen.

Ulrike: Ein Thema war und ist auch die Kommunikation. Wie viel müssen wir nach außen kommunizieren? Und wie schaffen wir das, obwohl wir alle wenig Zeit haben? Welche Diskussionen müssen wir mit unseren Investoren führen? Mit diesen Themen müssen wir uns immer wieder beschäftigen.

Felix: Das ist auch der richtige Ansatz. Wir müssen immer offen für Kommentare bleiben und versuchen, eine Plattform für Diskussionen zu sein, ohne die perfekten Antworten zu haben.

Kim: Ein großes Problem ist auch, den Vorsätzen und Idealen, die man am Anfang hat, treu zu bleiben. Vor allem dann, wenn alle überlastet sind und viel zu tun haben. Man hat dann kaum noch Zeit alles umzusetzen, was man sich am Anfang vorgenommen hat.

smallternative: Was ist denn eure Vision? Was würdet ihr gerne mit Fairnopoly erreichen/verändern?

Unbenannt

Felix: Also für mich steht hinter Fairnopoly die Vision eines „fairen Subwirtschaftsraumes“, so habe ich es mal in einem Blogpost genannt. Dahinter steckt die Idee, einen Raum zu schaffen, in dem man in der Wirtschaft agieren kann, ohne unfair handeln zu müssen. Das ist heutzutage nicht möglich. Dazu gehört es, einen multinationalen Konzern aufzubauen, der sich mit anderen multinationalen Konzernen messen kann. Und der stark genug ist, da dann auch entgegenzusteuern, da solche Konzerne unser Wirtschaftsgeschehen sehr stark bestimmen. Sie nehmen Einfluss auf die Politik, Einfluss auf uns Bürger und Konsumenten. Das sieht man am Beispiel des Umgangs mit Nutzerdaten, die gesammelt und dann für Werbung verwendet werden und die auch zur Manipulation von Konsumenten genutzt werden, meiner Ansicht nach. Dazu muss es eine Alternative geben, bei der man als Nutzer auch kontrollieren kann, was zum Beispiel mit den eigenen Daten passiert. Deswegen ist Fairnopoly auch eine Genossenschaft, in der alle Nutzer die gleiche Stimme haben und niemand sich durch große Anteile das Sagen kaufen kann.

smallternative: Das ist eine tolle Vision. Danke für das nette Gespräch.

 Fairnopoly ist seit dieser Woche online! Hier könnt Ihr also stöbern und shoppen!

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