Dreimal freundlich ist besser als keinmal. DearGoods.

DSC_1017Guter Stil und gutes Gewissen? Ja, das geht. Fand auch Nicole Noli und hat 2012 ihren ersten DearGoods Laden in München eröffnet. Dort gibt es jede Menge schöne Kleidung, Accessoires und andere Lifestyleprodukte. DearGoods ist dabei aber nicht „nur“ umweltfreundlich, sondern auch tierfreundlich und menschenfreundlich. Inzwischen gibt es den Laden mit der dreifach freundlichen Ausrichtung auch in Berlin und ein zweites Mal in München. Hinter dem Konzept steckt der Glaube, dass sich jeder Schritt in diese Richtung lohnt. Das glauben wir auch und deswegen sind wir nicht nur treue Kunden, sondern haben auch Christina im Berliner Laden zum Interview getroffen:

smallternative: Es gibt zwar inzwischen immer mehr Anbieter ökologischer Kleidung, aber trotzdem hat man noch immer nicht so eine tolle Auswahl. Das war es auch, was uns an DearGoods gleich so gut gefallen hat. Ihr habt echt schöne Sachen und eine große Auswahl und man kann mit gutem Gewissen shoppen…

Christina: Ja, wir versuchen zu zeigen, dass man sich mittlerweile schön anziehen und dabei trotzdem nachhaltig konsumieren kann. Kleidung muss heute nicht mehr den typischen „Ökotouch“ haben. Aber natürlich haben die klassischen Ökolabels und Ökomodenanbieter ihre volle Berechtigung. Sie sind aus einer Bewegung in den 80er Jahren entstanden. Sie erreichen nur vom Stil eine ganz andere Zielgruppe als wir im DearGoods. Wir wollen zeigen, dass man sich korrekt kleiden und gleichzeitig modisch angezogen sein kann.

smallternative: Und es gibt bei euch ja auch etwas für jeden Geldbeutel. Viele Leute glauben ja immer, dass man sich fair hergestellte Kleidung nicht leisten kann..

Christina: Ja, das stimmt. Es kommen zwar auch manchmal Leute rein, die sagen „Ist das DSC_1023teuer“, aber es kommt eben auch immer darauf an, aus welcher Perspektive man es betrachtet. Natürlich kann man uns nicht mit H&M vergleichen. – DAS wollen wir aber auch gar nicht! Wir bieten T-Shirts ab 20€ und vergleicht man das mit einem Marken-T-Shirt, zahlt man nicht mehr. Hosen fangen bei 79,90€ an, was preislich total ok ist und von den KundInnen geschätzt wird. Wir haben eine recht große Preisspanne, wo jeder etwas finden kann.

smallternative: Wie kam Nicole denn auf die Idee DearGoods zu gründen?

Christina: Nicole hat sich schon immer sehr für die Themen Tierschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit interessiert. Sie ist viel auf Blogs unterwegs, die sich mit den Themen beschäftigen, wie zum Beispiel „Veggie Love“ von Franziska Schmid. Dort hat sie viele tolle Produkte und Kleidung entdeckt, die sie selbst gern gekauft hätte, die man aber zum Teil nur schwer beziehen konnte. Und daraus entstand die Idee für den eigenen Laden. In dem wollte sie schöne Dinge verkaufen, die weder Mensch, Tier, noch Umwelt schaden. Das hat sie mit ihrem DearGoods-Konzept umgesetzt.

smallternative: Das ist ja auch ein tolles Konzept, dass es eben nicht nur eins ist. Man muss sich nicht entscheiden: „Kaufe ich jetzt vegane Sachen, die vielleicht nicht besonders menschenfreundlich produziert wurden? Oder kaufe ich fair produzierte Lederschuhe?“ Das kann man hier toll verbinden.

Christina: Das ist uns auch sehr wichtig. Es spielt dabei immer eine Rolle, aus welchem Bereich man kommt. Mancher interessiert sich eher für den Tierschutz, ein anderer für den Bereich Ökologie, der nächste für den fairen Handel. Und wir versuchen alle drei Bereiche zu vereinen. Das schätzen sehr viele, denn wer sich mit einem der Themen beschäftigt wird früher oder später mit allen anderen Bereichen konfrontiert.

smallternative: Wie waren denn insgesamt so die Reaktionen eurer Kunden? Vielleicht auch von Leuten, die sich vorher noch nicht so viel mit den Themen fair, ökologisch und vegan auseinandergesetzt haben..

Christina: Insgesamt war und ist es durchweg positiv. Wir hatten von Anfang an KundenInnen, die alle paar Monate vorbeikommen. Auch Leute aus dem Ausland und anderen Teilen Deutschlands. Es wird eine Art veganer Tourismus betrieben. Durch Blogs, vegane Apps (z.B.: Die Berlin-Vegan App) oder durch das Veganz kommen viele ganz bewusst in diese Gegend. Das sind oft KundInnen, die vegan leben und sich freuen, dass hier in der Straße von Schuhen, über Kleidung bis hin zu Lebensmitteln alles angeboten wird. Ebenso erreichen wir aber auch Kundschaft, die sich für fair und ökologisch produzierte Kleidung interessieren und hier dann fündig werden. Wer bisher noch nicht so sehr mit dem Thema Ökomode vertraut ist, wird von uns gern beraten. Auch da stoßen wir auf viel Offenheit.

smallternative: Was habt ihr denn für Marken?

Christina: Einer der Klassiker ist Armedangels. Das Label kommt aus Köln und sie machen seit sechs Jahren fair und ökologisch produzierte Mode. Inzwischen produzieren sie unteranderem in Marokko und Portugal, immer unter fairen Bedingungen und in Bioqualität. Auf ihrer Homepage geben sie zusätzlich an, ob ein Kleidungsstück vegan ist oder nicht. Das ist ein toller Service.
Ein weiteres großes Label in unseren Läden ist People Tree, die im internationalen Fair Fashion-Bereich eines der bekanntesten Brands sind. Safia Minney, die Gründerin versucht in allen Ländern, in denen sie produzieren lässt, Schul- und Frauenprojekte aufzubauen. Außerdem lässt sie viele Stoffe in traditionellen Handarbeiten herstellen um klassische Techniken nicht aussterben zu lassen und fördert den Anbau von Biobaumwolle. Das ist ein tolles Konzept.
Auch Bleed ist für uns sehr wichtig – ein deutsches Label. Sie produzieren seit ihren Anfängen alles fair, ökologisch und vegan und passen deswegen perfekt zu unserem Konzept.
DSC_1002Berliner Labels wie Treches und Format finden auch immer wieder ihren Platz in unseren Läden. Beide machen ausgefallenere Sachen, lassen komplett in Deutschland produzieren und verwenden nur ökologische Stoffe.
Unsere Jeans sind unter anderem von MonkeeGenes. Sie sitzen perfekt und bieten eine tolle Auswahl bei Schnitt und Farbe. Es gibt natürlich noch sehr viel mehr Marken, aber diese Labels geben einen kleinen Einblick in unser Sortiment.

smallternative: Wie geht ihr denn persönlich mit dem Thema um? Lebt ihr zum Beispiel alle vegan?

Christina: Ich persönlich lebe vegetarisch, aber beziehe den Veganismus mehr und mehr in meinen Alltag mit ein. Mir ist nicht nur bei meiner Kleidung wichtig, dass niemand unter der Herstellung leiden muss, sondern selbstverständlich auch bei dem, was ich esse. Wir finden es wichtig, dass jeder für sich persönlich entscheidet wie weit er geht. Es ist eine ganz private Entscheidung, wie man lebt und leben möchte. Niemand steht mit erhobenem Zeigefinger vor unseren KundInnen. Einige leben vegan, andere nicht. Aber das darf jeder für sich entscheiden. Sobald man anfängt sich über seine Umwelt Gedanken zu machen, ist man sicher schon einmal auf dem richtigen Weg!

smallternative: Das ist doch ein gutes Schlusswort. Danke für das nette Interview und weiterhin viel Erfolg.

DSC_1025DearGoods München I
Baldestraße 13
80469 München

DearGoods München II
Baaderstraße 65
80469 München

Öffnungszeiten München: DI – FR 11:00 – DSC_101519:00 + SA 10:30 – 18:00

DearGoods Berlin
Schivelbeiner Straße 35
10439 Berlin

DSC_1021Öffnungszeiten Berlin: MO – FR 11:00 – 20:00 + SA 11:00 – 18:00

→ Tipp: Direkt nebenan gibt es auch einen avesu Laden (vegane Schuhe) und einen Veganz (veganer Supermarkt).

Wer nicht in München oder Berlin wohnt, kann natürlich auch online shoppen: http://www.onlineshop.deargoods.com/